Claudias Blog – Diensthunde Rhein-Main

Diensthunde und Schutzhundesport

Kennt Ihr das?

Das allgemeine Lamentieren, dass „Der Deutsche Schäferhund“ sich nicht mehr zum Diensthund* eigne? „Der Belgische Schäferhund/Malinois“ viel eher?

Ich gebe zu: ich bin bekennender DSH-Fan. Mir gefielen die Kerle schon immer; sowohl vom Aussehen als auch von der Wesensart. Der „alte DSH“ ist oder war, bei aller Arbeitsfreude, ein ruhiger und gelassener Begleiter im Alltag. Wachsam, ohne paranoid oder Kläffer zu sein. Im Vergleich zum Malinois, diesem aufgekratzten Extrem-Schnelllerner, ist er dickflüssiger, langsamer, stabiler, sturer und deutlich weniger beeindruckbar—im Guten wie im Schlechten.

Aber, ich muss zugeben: da ist schon was dran, an der heutigen „mangelnden Diensthund-Eignung“ des Deutschen.

(Hätte ich nicht in einem wunderbar lichten Moment eine meiner Reißbrett-Entscheidungen getroffen, wüsste ich nicht, wie viel die Diensthundeeignung der DSH tatsächlich mit Hundesport zu tun hat. Mehr dazu später.)

Schäferhund mit Maulkorb im Dienst
Diensthund mit Maulkorb im Wachdienst

Im Ausland beneidete man uns lange um unsere gute Infrastruktur in Sachen Gebrauchshund. Als Mutterland des SchH-Sports gab es allenthalben landauf, landab Hundesportvereine.
Natürlich war keine andere Hunderasse dort so häufig vertreten wie der DSH, der allein an offiziellen Welpenzahlen alle anderen Gebrauchshunderassen weit hinter sich ließ.

Diese althergebrachte und flächendeckende Begeisterung hatte aber auch Nachteile: andere, modernere Schutzhunde-Sportarten bekamen bei uns kein Bein auf die Erde. Das hatte zum Einen historisch-vereinspolitische Gründe: der im VDH übermächtige SV, seit Jahrzehnten von seiner Schönheitslobby regiert, konnte sich schon mit seiner eigenen Leistungssparte nur mit Mühe abfinden und wollte sich auf diesem Feld nicht auch noch die Konkurrenz ins Haus holen.

Auch die Abspaltung des rein dem Leistungsgedanken verpflichteten RSV2000 e.V. vom alten SV änderte daran nichts: auch in der Welt der Protagonisten des RSV existiert als „Leistung“ nur der  traditionelle Schutzhundesport alter deutscher Prägung.

Die einzig zuchtlenkende Maßnahme bei den Leistungshunden unter den Deutschen war also das möglichst ordentliche Bestehen der SchH, später VGP, IPO und nun IGP. Andere Kriterien gab es nicht. 

Warum aber scheint das, was jahrzehntelang offensichtlich gute Dienste als Auslesekriterium getan hatte, plötzlich nicht mehr tauglich zur Selektion genetisch leistungsbereiter, mental starker  (Dienst-)Hunde?

Wir gehen mal—sagen wir: 20, 30 oder gar 40 Jahre zurück, und schauen uns den deutschen SchH-Sport der damaligen Zeit an. Ich bin alt genug, um das aus eigener Erinnerung zu kennen: den Jüngeren unter uns mag YouTube zu Hilfe kommen. Das, was früher viele „AAAHs“ und „OOOHs“ auf der Bundessiegerprüfung hervorgerufen hat, würde heute nur mit Mühe für das Bestehen einer Ortsgruppenprüfung ausreichen.

Woran liegt das? Sind die Hunde heute besser? Oder waren sie es früher? Oder war die Ausbildung schlechter? Anders?

Muskelspiele

Achte auf dich!

Unser Beruf hat in der Tat viele Seiten, die ziemlich ungesund sind. Wechselnde Schichten oder auch Nachtarbeit gehört definitiv dazu (In Dänemark ist Brustkrebs bei Frauen mittlerweile als Berufskrankheit in Folge von Nacht- oder Schichtarbeit anerkannt.)

Wenig Bewegung macht hässlich, alt und krank. Langes Stehen und langes Sitzen auch. Schlechtes Essen sowieso. Rauchen macht erst schlecht riechend, hässlich und alt und dann krank und dann tot.

Viele von uns leben vom „Stunden schrubben“, und haben daher keine Zeit, etwas für die Gesundheit und/oder etwas für ihre Beziehung/en zu tun. Auch das ist ungesund, und macht kaputte Beziehungen oder gar keine Beziehungen.

An manchen Punkten dieser Negativliste kann ich selbst viel ändern. 

Wenn sich das machen lässt, sorge nachts für genügend Licht an deinem Arbeitsplatz. (Ich persönlich hasse allerdings Licht während der Nachtschicht: ich hab’s lieber dämmrig und nachtblau. Die Schlafforschung sagt aber etwas anderes, und die hat sicher Recht…)

Leg während der Pausen und im Sitzen die Beine hoch, so oft es geht. Das hat nichts mit Faulheit oder schlechtem Benehmen zu tun, sondern ist sehr ernsthafte Vorsorge gegen Thrombose und Venenschäden und spart deinem Arbeitgeber somit Krankheitstage. Das Übereinanderschlagen der Beine tut genau das Gegenteil, übrigens. Das ist Gift für deine Venen. Rauchen auch, aber das weißt du sicher.

Schonmal was von „Power Napping“ gehört? Das sind kurze, sehr intensive Ruhepausen von 20-30 Minuten. Schau, ob du in deiner Pause (ab einer Schichtlänge von 9 Stunden stehen dir mindestens 45 Minuten Pause zu) ein Power Napping einschieben kannst. Eine Isomatte in einem Raum, in dem du ungestört bist, wäre ideal. Notfalls reicht auch ein einigermaßen bequemer Stuhl. 

Hier findest du eine App, die ich extrem hilfreich finde, um zur Ruhe zu kommen, fürs Power Napping oder nach der Schicht. Sie enthält viele verschiedene Programme für unterschiedliche Entspannungsübungen. Verschiedene akustische Impulse sind mit Entspannungsmusik unterlegt. Das kann die Gehirnaktivität in die gewünschte Richtung beeinflussen. Die App ist auf englisch. Falls du kein englisch sprichst: durch herumprobieren kommst du auch damit klar, bestimmt.

Nach der Schicht, auf der Heimfahrt, trage möglichst eine Sonnenbrille, wenn es draußen schon hell ist. So kannst du deinen Körper auf „Schlaf“ einstimmen. Sorge für einen gut abgedunkelten, ruhigen und kühlen Raum zum Schlafen.

Schau, dass du zwischen dem Aufstehen und dem Beginn der neuen Schicht möglichst viel Tageslicht und möglichst viel Frischluft „tanken“ kannst. Das kann schon durch Gesicht-in-die-Sonne-halten am offenen Fenster geschehen. 

Spazieren gehen wäre natürlich besser, klar.

Hier kommt was für die Muckis: 

Ich habe hier ein paar Übungen, die sind besonders für endlose Stehschichten geeignet: die können einem sonst ganz schön mürbe machen! 

Das Zauberwort heißt „isometrisch trainieren“. Isometrisch bedeutet statisch, also ohne Bewegung. Beim isometrischen Training machst du Muskelaufbau ohne äußerlich sichtbare Bewegung (oder mit sehr, sehr wenig). Du trainierst also sehr intensiv, ohne dass das jemand sieht!

Probier es mal aus: stell dich aufrecht hin, Fußsohlen parallel, Arme am Körper herabhängen lassen. Knie nicht ganz durchgedrückt (wichtig). Jetzt drücke die Beine langsam von den Füßen beginnend, über die Waden, die Knie, die Oberschenkel und den Po fest gegeneinander. OHNE sie vom Fleck zu bewegen! Spanne die Muskeln also so an, als würdest du deine Schuhsohlen aufeinander zu bewegen wollen. Drück so fest du kannst, und halte den Druck 15 Sekunden lang (ungefähr). Atmen nicht vergessen. Dann löse die Spannung wieder, langsam, von oben nach unten.

Wenn du magst, kannst du gleichzeitig die Handflächen eine Handbreit unterm Bauchnabel gegeneinander legen, drückst sie langsam steigernd aneinander und spannst den Bauch (Bauchnabel zur Wirbelsäule ziehen) und Rücken, Brustmuskeln und Arme so fest wie möglich an. 15 Sekunden halten, langsam wieder lösen.

Jetzt die Gegenspieler der eben trainierten Muskeln: diesmal drückst du die Beine nach außen anstatt nach innen. Wieder ohne sie zu bewegen natürlich! Und die Hände verhakst du jetzt mit den Fingern und ziehst sie gegeneinander, wieder etwa eine Handbreit unterhalb des Bauchnabels. Feste feste feste… 15 Sekunden halten, dann wieder langsam lösen.

Das Gefühl für die einzelnen Muskelpartien braucht vielleicht einige Zeit, bis sich das bei dir entwickelt, besonders wenn du sportlich sonst nicht so aktiv bist. Lerne, in dich hineinzuhorchen und bewusst einzelne Muskeln anzuspannen und sie wieder zu entspannen.

Wenn du diese beiden Übungen gut „drin“ hast, kannst du ruhig herumexperimentieren und eigene Übungen ausprobieren! Achte drauf, dass du deine Knie nie ganz durchdrückst, und dass du dich immer durch den angespannten Bauch und angespannten Po stabilisierst. Das schützt deinen unteren Rücken, der sehr empfindlich auf Überbelastungen reagiert. Natürlich lassen sich diese und andere isometrische Übungen auch hervorragend im Sitzen ausführen!

Es gibt natürlich jede Menge Bücher zum isometrischen Training, da kannst du dir auch Anregungen holen. Auch im Netz findet sich vieles an guten Ideen dazu.

Für Tage, an denen du müde bist und keine Lust zum Training während der (Steh-)Schicht hast: drücke dich immer mal wieder in den hohen Ballenstand (also auf die Zehenspitzen stellen), wippe ein paar mal so hoch du kannst, dann rolle die Füße langsam wieder ab bis sie wieder flach auf dem Boden stehen. Jetzt ziehe die Zehen und den Vorderfuß hoch, sodass du auf den Fersen stehst (ist gleichzeitig eine gute Gleichgewichtsübung!).
Füße wieder flach aufstellen. Wieder von vorn, so oft du magst und kannst. Das entlastet deine Venen, die das lange Stehen überhaupt nicht mögen.

Und wem das nicht reicht, wer dann noch echt sinnvoll (und preiswert!!) trainieren möchte um richtig Muskeln aufzubauen und seine Beweglichkeit zu verbessern, dem empfehle ich das Buch und die DVD „MaxxF“ von Wend-Uwe Boeckh-Behrens aus dem Gräfe & Unzer Verlag. Kostet knappe 20 Euro und ist jeden Cent wert. Jede Buchhandlung bestellt es dir gern. Das und eine Trainingsmatte vom Discounter ersetzt jedes Fitnessstudio! Hier gibt’s eine ganz gute Vorschau, was das für Übungen sind.

Die Hardcore-Variante für die, die es echt wissen wollen: „Your Are Your Own Gym“ des amerikanischen Fitness-Trainers Mark Lauren. Gibts auch auf deutsch, und da heißt es „Fit ohne Geräte“. Es gibt eine Männer- und eine Frauenversion dieser Trainingsprogramme, die als Bücher (mit beiliegender Übungs-DVD) im Riva-Verlag erschienen sind. Der Knaller: es gibt dazu sogar eine App, die aufeinander aufbauende Fitness- und Kraftübungen für jeden Tag bereithält. Der Personal Trainer auf Knopfdruck, sozusagen! Kostet was, ist es aber absolut wert!! Eindeutige Kaufempfehlung!

Noch eine Entdeckung aus dem Netz, die ich dir gern empfehle: Fitness mit Mark. Gibts als FB-Seite, als Community mit (sehr empfehlenswertem!!) Newsletter, Podcast und und und. Kostet: keinen Cent. Bietet: jede Menge Informationen und viiiiiiiel Motivation zu Dranbleiben!

Und für alle, die Probleme mit dem Gewicht haben: je besser du deine Muskeln aktivierst und aufbaust, umso mehr Kalorien verbrennst du. 24 Stunden am Tag. Spare an Kohlenhydraten (Zucker, auch versteckter, alle Arten von Getreide, also Reis, Nudeln, Brot, Kekse…), iss stattdessen Eiweiß-betont.

Nimm dir Obst und Gemüse zum Knabbern mit, keine Kekse oder Schokoriegel. Lass die Cola und andere Zuckerbrause weg, die löscht ohnehin den Durst nicht. Gewöhn dich statt dessen dran, Wasser zu trinken.

Schau dir die Logi-Diät an, wenn du nach einem vernünftigen Weg zum Abnehmen suchst. Und lass die Finger weg von Wunderpülverchen oder „Light“-Produkten, die nur dem was bringen, der sie verkauft.

Hunde richtig füttern

Wie oft füttern, wann, und was?

Bild zur Illustration

Ganz wichtig: mach aus dem Hundefutter keine Religion. Ich füttere gerne roh, weil es mir Spaß macht und weil es den Hunden schmeckt. Ich kenne aber auch viele Hunde, die mit Trockenfutter ernährt werden und quietschgesund und munter sind.

Ich füttere ein- bis zweimal. Vormittags gibt es Gemüse oder Obst, vielleicht ein wenig Quark dazu. Oder mal etwas Rinder- oder Hühnerleber oder was vom Essen übrig geblieben ist. Oder auch mal ein Ei (Eigelb roh, Eiweiß gekocht oder gebraten).

Dazu ein oder zwei Esslöffel Öl (Lachsöl, Leinöl, Schwarzkümmelöl, Dorschlebertran, Olivenöl, Weizenkeimöl sind gute Öle für das Futter. Ich habe sie mir zusammengemischt; ein Liter Futteröl besteht bei mir aus:

  • 400 ml Fischöl
  • 200 ml Leinöl
  • 100 ml Lebertran
  • 100 ml Schwarzkümmelöl
  • 100 ml Olivenöl
  • 100 ml Weizenkeimöl

Kein Lachsöl, sondern Fischöl. Gibt es zur Zeit von einer Firma — google mal nach den Bezugsquellen.

Warum kein Lachsöl mehr? Weil die Lachse aus der Massenzucht- und Mastanlagen genau so ungesund und mit Antibiotika vollgestopft sind wie alles andere aus Massenzucht- und Mastanlagen. Daher haben wir Lachs von unserem Speiseplan gestrichen — und von dem unserer Hunde auch.

Gemüse, Obst: Da geht fast alles, was du auch isst. Abwechslung ist gut. Wichtig ist, dass alles ganz fein püriert ist (ein Standmixer tut da gute Dienste), weil der Hund es sonst nicht verdauen kann.

Hast du einen etwas ungepflegten Garten, dann mische ab und zu frische Kräuter dazu: Brennnesseln, Löwenzahn, Rotklee sind zum Beispiel sehr gesund und vitaminreich.

Sammle nichts vom Straßenrand und nichts vom Feldrand. Da ist zu viel Dreck oder Dünger und Spritzmittel drin und drauf.

Dann gibt es reihum einen Löffel: Bierhefe, Seealgen, gemahlene Eierschalen (im Ofen erhitzen vor dem Mahlen), feingemahlene Leinsamen. Nicht alles auf einmal, sondern abwechselnd jeden Tag etwas anderes.

Abends gibt es Fleisch (roh und möglichst am Stück): Rind, Pferd, Huhn, Lamm. Oder Fisch. Wenn ich Knochen (bitte NUR roh!) füttere, dann nicht zu viele und immer mit Fleisch zusammen. Hunde vertragen sie dann besser (das hat mit der Magensäure zu tun, die durch das rohe Fleisch „schärfer“ wird).

Der Hund, den ich abends mit auf die Arbeit nehme, bekommt seine Abendration im „Reisenapf“ (der eigentlich eine Tiefkühldose mit gut schließendem Deckel ist). Die bekommt er dann nach der ersten Runde, dann hat er gut zwei Stunden Zeit zum Verdauen in Ruhe.

Wo es diese und andere Leckereien gibt? Mittlerweile gibt es jede Menge Online-Shops, die rohes Gefrierfleisch als Hundefutter verkaufen.

Weitere Ideen zur Futterbeschaffung: 

Frag bei den Metzgern in deiner Umgebung, was sie mit dem Rindfleisch machen, wenn es zu alt wird zum Verkaufen. 

Frag den Fischhändler, was er Samstag bei Ladenschluss mit den Fischresten macht. Montags haben Fischgeschäfte in der Regel zu, und Dienstags hat an dem Fisch vom Samstag niemand mehr Freude…

Unser Pferdefleisch bekommen wir sehr preiswert von einem netten Pferdemetzger in unserer Nähe, der die Pferde nur aus der direkten Umgebung holt, und nicht aus Tierquälertransporten.

Ich will dir noch ein wenig Mut machen, wenn du es gern mal mit dem Rohfüttern probieren willst:

Es ist einfach nicht wahr, dass Hunde jeden Tag aufs neue eine genau bemessene Menge an sämtlichen Vitaminen und Mineralstoffen brauchen, damit sie nicht tot umfallen oder weiß der Kuckuck was. Das ist eine Lüge, mit der die Futtermittelindustrie Hundehalter verunsichern will, damit diese lieber wieder ihren Kram in Tüten (oder Dosen) kaufen.

Leider machen viele Tierärzte bei dieser Gehirnwäsche tatkräftig mit. Liegt das vielleicht daran, dass sie am Futterverkauf sehr gut verdienen…? 

Mich ärgert das besonders, weil wir alle dazu neigen, einem Arzt zu vertrauen, auch wenn es ein Tierarzt ist. Ich auch. Ich erwarte von einem Arzt einfach, dass er vertrauenswürdig ist! Das wissen diese Ärzte auch—und haben keinerlei Skrupel, diesen Vertrauensvorschuss übelst zu missbrauchen.

Alle Lebewesen dieser Erde (wir auch, übrigens) sind gar nicht dafür gemacht, ständig am oberen Limit eines (angenommenen) Optimum versorgt zu sein. Das Gegenteil ist der Fall. Unsere Körper kommen mit Mangel viel besser klar als mit ständigem Überfluss! Für deinen Hund und für dich heißt das: lass die Briefwaage und den Taschenrechner weg beim Füttern (und beim Essen).

Unterm Strich solltest du im Monatsdurchschnitt etwa auf die empfohlenen Mengen an Fett, Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen usw. kommen. Denk dran, dass es Hunde schon viel, viel länger gibt als Hundefutterfirmen (und Menschen viel länger als Ernährungswissenschaftler).

Hier findest du eine sehr vernünftige Broschüre zum Thema hundefreundliches Futter, da stehen auch Richtwerte drin für das, was ein Hund so braucht.

Der Weg zum Diensthundeführer (DHF)

Für Hundeführer

Jeder, der legal im Wachgewerbe unterwegs sein will, braucht entweder eine Unterweisung nach §34a Gewerbeordnung (abgekürzt GewO), oder die Sachkundeprüfung nach §34a GewO. Sachkunde ist besser, weil höherwertig (bessere Jobs, mehr Geld). Beides nimmt die örtliche IHK ab.

Unterweisung heißt, sich 80 Stunden berieseln lassen, keine oder bestenfalls eine Verständnisprüfung, teuer (um die 800 €).

Sachkunde ist erheblich anspruchsvoller vom Inhalt her, mit Prüfung, wobei die Prüfungsgebühr viel billiger ist als die Unterweisung (um die 150 €), aber ohne Vorbereitungslehrgang sind die Aussichten zu bestehen nicht so gut. 

Diese Vorbereitungslehrgänge unterscheiden sich ganz erheblich in Qualität und Preis. 

Wenn du arbeitslos bist und durch die Ausbildung eine Aussicht auf einen Job hast, würde das Arbeitsamt dir das unter Umständen sogar bezahlen.

Solltest du über einen ernsthafteren Eintritt in die Sicherheitsbranche nachdenken, gibt es auch eine richtige Berufsausbildung. Die heißt dann „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ und ist ein richtiger Lehrberuf mit anschließenden Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten (und menschenwürdigem Verdienst) bis hin zur Meisterprüfung. 

In einer seriösen Firma kann das ein sehr interessanter und vielseitiger Job sein!

Der Weg zum Diensthund (für Hunde)

Für den Sicherheitsdienst muss ein Hund keine Ausbildung haben.

Er kann natürlich eine haben, aber er muss nicht. Ausnahme: Wachdienst in Bundeswehrobjekten, da werden Hund und HF einmal im Jahr nach DPO-Bw überprüft.

Die BG (Berufsgenossenschaft, die gesetzliche Unfallversicherung für Firmen und Gewerbetreibende) hat eine Vorschrift für den Sicherheitsdienst erlassen. Das ist die berühmte DGUV Vorschrift 23 (früher hieß sie mal BGV C7), und nach der sollten die Hunde ausgebildet und überprüft sein. 

Und wenn sie es nicht sind, weder ausgebildet noch überprüft, dann macht es auch nichts, dann sind es halt „Meldehunde“. Das ist natürlich ein schlimmer Zustand, aber Realität.

Es lohnt sich, den Text des § 12 (“Hunde”) mit Durchführungsanweisung (DA) mal im Original zu lesen.

Sei bitte sehr vorsichtig, wenn dir jemand eine „offiziell anerkannte Hundeführerausbildung“ verkaufen will, die angeblich die Voraussetzung wäre dass du mit deinem Hund im Wachgewerbe arbeiten darfst. So etwas ist eine Erfindung — oder eine Lüge, je nach dem ob man es nett oder nicht so nett ausdrücken möchte.

Eine erstaunlich große Gruppe von Gewinnern der ungeregelten Zustände sind nämlich die, die motivierten Hundeführern irgendwelche Phantasieausbildungen aufs Auge drücken — manchmal sogar mit Hilfe einer „freien Stelle“, die man dann antreten könne, wenn man die Ausbildung erst hätte.

Genau lesen, was da steht! Da steht dann: „die Bewerbung kann…berücksichtigt werden…“ oder sinngemäß Ähnliches. 

Manchmal schaffen diese Schlaumeier es sogar, dass das Arbeitsamt bei den Spielchen mitmacht. Die Sachbearbeiter dort haben nicht so viel Ahnung von dieser Materie, und können daher den Unterschied zwischen (sinnvoller) Ausbildung und (überflüssiger) Geldschneiderei nicht erkennen.

Wenn du deinen Hund für die Arbeit im Sicherheitsdienst ausbilden möchtest, weil du es für richtig hältst (ist ja auch richtig! Nur eben keine Pflicht!), dann ist für den Einsteiger die hundesportlich orientierte Arbeit in einem ordentlichen Gebrauchshundeverein sicher ein guter Anfang.

Natürlich ist eine Ausbildung in Richtung Schutzhundesport kein Ersatz für eine dienstlich ausgerichtete Arbeit — aber eine gute Methode um zu lernen, wie so ein Hund „tickt“ ist sie schon. Schau dir verschiedene Hundevereine an. Da gibt es vom ausbilderischen Mittelalter bis zur modernen Neuzeit die ganze Bandbreite. Vielleicht ist der nächste Verein nicht der beste: dann nimm lieber die Fahrerei in Kauf.

Besser einmal pro Woche gut gearbeitet als drei mal schlecht!

Ach, und noch etwas: prahl nicht herum und erzähl den Vereinskollegen keine Märchen über deinen Hund. Die sind i.d.R. allesamt länger dabei als du und sehen schon, was es zu sehen gibt und was nicht.

Lieber den Ball ein bißchen flach halten. Das kommt besser an.

Buchrezension: »Die Moderne Diensthund-Ausbildung« von Karl-Heinz Klöpper

von Claudia Petschull

Herr Karl-Heinz Klöpper hat kürzlich ein Buch über die „Moderne Diensthund-Ausbildung“ herausgegeben, das ich gebeten wurde, mir anzuschauen und zu rezensieren.

Mein beruflicher Werdegang von der Sortimentsbuchhändlerin (Unibuchhandlung) und diverse Praktika in Verlag und Druckerei sowie der „hundliche“ Teil meiner Vita (eigene Hundeschule seit 1986, Weiterentwicklung in Richtung Diensthunde und Sprengstoffspürhunde, Bewachungsgewerbe mit eigenem Sicherheitsdienst seit 2007) machen mich dazu vielleicht nicht ungeeignet.

Update 29. Juli 2020

Der Autor des Buchs hat mir eine E-Mail geschickt, deren Inhalt ich meinen Lesern nicht vorenthalten will:

From: Karl-Heinz Kloepper <XXXXXXXXXX@gmail.com>
Subject: Eigentums- und Urheberrechtsverletzung
Date: 28. July 2020 at 06:15:26 CEST
To: info@diensthunde-rhein-main.de
Sehr geehrte Frau Petschull,
bzgl. Ihres Blogbeitrages auf Ihrer Internetseite verwenden Sie mein Cover des Buches.
Ich habe Sie aufzufordern das Bild unverzüglich von allen Portalen zu entfernen und zukünftig nicht mehr zu verwenden, da es sich um mein Eigentum handelt, an dem ich das Urheberrecht habe.
Sollten Sie meiner freundlichen Aufforderung nicht nachkommen, werde ich einen Abmahnanwalt beauftragen.
Mit freundlichen Grüßen
Karl-Heinz Klöpper

E-Mail vom 28. Juli 2020

Der erste Eindruck

Das Buch ist ein Hardcover, vom Autor selbst ohne Verlag in Umlauf gebracht. Sowohl Papierwahl, Illustrationen als auch Schnitt und Umbruch verraten, dass hier ein Laie am Werk war, der vom Handwerk des Büchermachens nichts versteht.

Na ja, vielleicht versteht er etwas vom Handwerk des Ausbildens von Diensthunden. Wir schauen uns also den Text einmal an.

Schon beim Lesen der ersten Sätze wird schmerzlich klar, wieso „richtige“ Verlage ein Lektorat haben, und was passiert, wenn ein Text — unabhängig von der Qualität des Inhalts — unlektoriert bleibt. Grammatikalisch falsche Halbsätze mit falscher oder fehlender Zeichensetzung sind einfach nicht schön zu lesen und machen keinen guten Eindruck von Bildung und Ernsthaftigkeit des Autors. 

Tipp: schon ein guter Freund, der deutschen Sprache und Grammatik mächtig, der das Ganze einmal gegen gelesen hätte bevor es in den Verkauf geht, hätte dem Text mehr als gut getan.

Zum Inhalt

Nach der Danksagung folgt eins von vielen Kapiteln reine Aufzählung. Hier: welche Arten von Diensthunden es gibt und wie sie eingesetzt werden. Aufzählungen sind ein probates Mittel, um Seiten voll zu bekommen.

Der Abschnitt „Security-Diensthunde“ vermerkt ganz richtig, dass es keine gesetzlich geregelte Ausbildung für Hunde in der privaten Sicherheit gibt. Das habe ich auch schon anders gelesen — ein Punkt für Herrn Klöpper.

Dann beginnt das erste dunkle Kapitel des Buches: „Das Wesen des Diensthundes“.

Anstatt brauchbarer Beurteilungskriterien, die, verständlich erklärt, für den Praktiker von tatsächlichem Nutzen sein könnten, folgt eine Aufzählung von beliebigen Begriffen, die, völlig willkürlich zusammengewürfelt, eine eigenartige Melange aus schwammiger Hundesportbegrifflichkeit und Ausbildungstermini aus den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts bilden.

Ich möchte keine Screenshots veröffentlichen, aber beispielhaft sei hier die ein oder andere Stilblüte zitiert:

Das Temperament ist die Beweglichkeit auf psychischer Basis auf verschiedene Umweltreize.“

Die Intensität dieses Triebdruckes, ist offenbar eine Kombination von der Mächtigkeit eines Triebes und einer Emotion.“

„Instinkte sind angeborene und im Erbgedächtnis verankert. Man spricht auch von Regulationsmechanismen.“

(Fehler in Orthografie und Zeichensetzung aus dem Original übernommen).

Hmm.

Was will uns der Dichter wohl damit sagen? Praxis trifft Wissenschaft, heißt das Buch im Untertitel. Und wohin gehören Sätze wie die oben zitierten? Zu Wissenschaft nicht. Zu Praxis auch nicht.

Leider ist das Buch voll von solchen Sätzen, die einfach zu schlecht recherchiert sind, um wenigstens richtig falsch zu sein.

Das Kapitel „Motivation und Belohnung“ folgt. Na vielleicht bekommen wir jetzt brauchbare Informationen zur Diensthundeausbildung — oder zu deren wissenschaftlichen Hintergründen.

Leider ist gerade dieses Kapitel derart wirr und unverständlich, dass selbst mehrmaliges Lesen  nicht dabei hilft, herauszubekommen, was der Autor eigentlich sagen will, und inwieweit das dort geschriebene dem Leser etwas über die Ausbildung von Diensthunden vermitteln könnte.

Das zieht sich leider wie ein roter Faden durch das gesamte Buch: mangelndes Wissen, so scheint es, soll durch exzessiven Gebrauch von als Fachtermini empfundenen Worthülsen bemäntelt werden. Dumm nur, wenn zum Nichtwissen auch noch sprachliche und logische Defizite kommen, die das Ganze in weiten Teilen vollends unverständlich werden lassen.

Stellvertretend für viele eine Blüte aus den „Anforderungen an Diensthunde“:

„Diese Kühnheit ist ein Teil des Typus für einen Diensthund, den man natürlich für die Verwendung als Diensthund benötigt.“

Wenden wir uns den „Überprüfungskriterien“ zu:

Auf drei Seiten dieses Kapitels ist eine interessante Übersicht möglicher Überprüfungskriterien für angehende DH und kommt als solches dem Versprechen des Buches nach, etwas Relevantes über Diensthunde zu berichten. Endlich.

Leider ist das Ganze durch miserablen Satz und nicht vorhandenen Umbruch in Zusammenspiel mit dem schon angesprochenen schlechten Deutsch nur mit Mühe lesbar.

Um das Ganze nicht zu sehr ausufern zu lassen, überschlage ich die nächsten Kapitel, lese grob drüber und stelle fest, dass das Muster immer das Gleiche ist: Allgemeinplätze wechseln sich ab mit unverständlichen Zitaten aus zum Teil völlig irrelevanten Untersuchungen aller Art, derart gespickt mit Formeln und (teils veralteten) Fremdworten, dass sie, wenn sie nicht gleich fachlich falsch, dann doch für die Zielgruppe des Buches völlig wertlos sind. 

Vieles scheint der Autor zudem selbst nicht verstanden zu haben, denn wie sonst kann jemand ernsthaft Sätze schreiben wie diesen: „Furcht- oder angstbedingte Aggression hemmen im Normalfall das aggressive Verhalten des Hundes.“ Oder: „Unter ‘positiver Strafe’ versteht man zum Beispiel die verbale Rüge, platt gesagt, das Schimpfen mit dem Hund.“

Das Buch ist voll von solchen „Blüten“, die jedem Mittelschüler miserable Noten im Aufsatz eingebracht hätten.

Ganz zum Schluss gibt es dann doch noch Erfreuliches zu berichten: das Kapitel über die Ausbildung der Sprengstoffspürhunde ist im Großen und Ganzen sachlich richtigen Inhalts und in lesbarem Deutsch geschrieben. 

Ein Kapitel, in dem wenig grob Falsches steht. Immerhin.

Fazit: ein fast durchgehend schlecht gemachtes Buch, fachlich schlimm oder unverständlich — und zur Gewinnung brauchbarer, praxistauglicher Erkenntnisse ganz und gar ungeeignet. 

Ein Lichtblick sind die achtzehn Seiten über die Spürhunde — ob diese 18 Seiten allerdings den horrenden Preis rechtfertigen wage ich zu bezweifeln.

Will Klöpper mit seiner Kenntnis der verschiedensten Studien beeindrucken? 

Es scheint, als glaube mal wieder einer, Diensthundeführer in der privaten Sicherheit seien so blöde, dass sie es nicht merken, wenn man ihnen unausgegorenes Halbwissen vorsetzt — solange man sich das nur teuer genug bezahlen lässt, wird es schon gehen. 

Das mag in Teilen stimmen, aber eben nur in Teilen.

Wäre der Autor etwas bescheidener daher gekommen und hätte das Büchlein für, sagen wir, 8 Euro anstatt 80 Euro feilgeboten, wäre ich vermutlich gar nicht darauf angesprochen worden. Der, der wollte, hätte es sich gekauft und hätte es nach wenigen Seiten ins Bücherregal gestellt oder zum Altpapier gegeben. Das wäre für Herrn Klöppers Ruf bestimmt besser gewesen, und er hätte sich diesen Verriss erspart.

Ganz zum Schluss wiederhole ich eine Literaturempfehlung, die ich in Zeiten meiner Tätigkeit als Hundetrainerausbilderin jungen Berufsanfängern mit auf den Weg gegeben habe:

Ein Buch von unschätzbarem Wert heißt „Des Kaisers neue Kleider“ und ist von Hans-Christian Andersen geschrieben.

„Aber er hat ja gar nichts an…!“