Diensthunde und Schutzhundesport – Seite 3 – Diensthunde Rhein-Main

Ausblick: der Retro-DSH?

Um es gleich vorweg zu sagen: nein, ich glaube nicht, dass die Entwicklung des DSH aus deutscher Zucht vom robusten Arbeiter zum empfindsamen Hochleistungs-Sportgerät  umkehrbar ist. 

Warum?

Es bräuchte für den „Retro-Schäfer“ eine viel größere Interessenten- und Käufergruppe, ganz einfach. Hunde werden produziert, um verkauft zu werden; und was der Markt nicht nachfragt, wird der Züchter nicht produzieren. Vielleicht wird der kleine Siegeszug des Mondioring-Sports den Blick der Züchter auf mentale Qualitäten etwas erweitern. Es wäre dem DSH zu wünschen.

Meine Reißbrett-Entscheidung für einen neuen Diensthund.

Ja, es sollte am liebsten wieder ein Schäferhund sein. Er sollte ein durchsetzungsstarker, sturer, ausdauernder Spürer werden—und in seiner Freizeit unser Kumpel und Sportskollege. Rüde oder Hündin war mir egal, Farbe und Fell auch. Gern Langhaar, nicht so gern schwarz-gelb.

Und es sollte kein IGP-Hund sein.

Ich wollte nichts Aufgedrehtes, Beute-geieriges, was beim Anblick von Ball, Beißwurst oder Helfer kreischend in der Leine hängt und unfähig ist, einen klaren Gedanken zu fassen.

Ich wollte einen Hund, der selbständig denken und Entscheidungen fällen kann—und so suchte ich nach der Sportart, in der genau diese Eigenschaften zum maximalen Erfolg beitragen, in deren Zuchtlinien diese Eigenschaften also sehr gut genetisch gefestigt sein dürften.

So bin ich beim Französischen Ring gelandet, und bei einem Züchter, der mir aus einer Vier-Generationen-IPO-freien Verpaarung einen Hund anvertraut hat. (Schwarzgelb, Rüde, Stockhaar).

Seitdem weiß ich: nie wieder einen Hund aus IPO-Linien.

Und Mondioring machen wir auch.

*) mit „Diensthunden“ sind hier in erster Linie Diensthunde für die Verwendung im Bewachungsgewerbe gemeint.

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